Gemeinsam digital kooperieren – Die DBCP-Abschlusskonferenz

Am gestrigen Nachmittag lud das DBCP-Verbundprojekt, bestehend aus der Join GmbH, der Lindig Fördertechnik GmbH, der Dualen Hochschule Gera-Eisenach, dem Fraunhofer IDMT und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, unter dem Zeichen digitaler Kooperationen Interessierte in die Räumlichkeiten der Ernst-Abbe-Hochschule Jena ein. Anwender aus unterschiedlichsten Branchen, wie den additiven Verfahren, Mobilität oder der Medizintechnik, kamen zusammen mit Repräsentanten der IKT-Branche und Vertretern der Thüringer Clusterlandschaft, wie dem Thüringer Ernährungsnetzwerk e.V., SpectroNet oder der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, um in dieser interaktiven Informationsveranstaltung über die Potenziale und Möglichkeiten dezentraler Ökosysteme zu diskutieren. In konstruktiver Atmosphäre wurde dabei ein weiteres Mal deutlich, dass die Verwendung des DBC-Protokolls, im Rahmen Blockchain-basierter dezentraler Netzwerke, zukünftig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Wirtschaftskraft Thüringer KMU leisten kann.

Nach Eröffnung der Veranstaltung durch Herr Prof. Andrej Werner von der Ernst-Abbe-Hochschule wurde den Teilnehmer zunächst ein Einblick in die gegenwärtigen Herausforderungen überbetrieblicher Kooperation im industriellen Kontext offeriert, und wie diese unter Zuhilfenahme des DBC-Protokolls und dezentraler Ökosysteme minimiert werden könnten. Dabei ging Frau Dr. Eike Dazert des Clusters medways e.V. dezidiert auf die Hürden in der Herstellung und Produktverfolgbarkeit im Bereich der Medizintechnikbranche ein, während Frau Möhwald von der Modellfabrik 3D-Druck des Kompetenzzentrums 4.0 Ilmenau auf die besondere Datensensibilität überbetrieblicher Geschäftsprozesse in der Branche additiver Verfahren einging. Der Abschluss des ersten Veranstaltungsblocks wurde von Frau Dr. Martina Lucht vom Fraunhofer IDMT umrahmt, die den Teilnehmern die Ergebnisse einer im Projekt getätigten Umfrage zugänglich machte, deren Inhalt die Problemfelder und Herausforderungen der Digitalisierung aus Sicht der Thüringer KMU forcierte.
Um den Teilnehmern die Potenziale des DBC-Protokolls in der Sphäre eines dezentralen Ökosystems praktisch verdeutlichen zu können, wurde im Anschluss ein Modell in industrieller Anwendungsdomäne präsentiert, in welchem die Interessierten den Produktionsprozess eines Werkstücks unter Verwendung des Blockchain-basierten DBC-Protokolls verfolgen konnten. Hierzu wurden die Interaktionen mehrerer überbetrieblicher Partner in einer gemeinsamen Wertschöpfungskette dargestellt, und wie die daraus resultierenden Prozesse durch einen Blockchain-basierten informationsaustausch automatisiert, sicher und schnell realisiert werden können.
Im anschließenden Veranstaltungsblock referierten Vertreter der IKT-Branche, um die vorangegangenen Herausforderungen im Anwenderkontext zu transferieren und folgend jene Lösungsansätze dezentraler Ökosysteme aufzuzeigen, die die Thüringer KMU verschiedenster Branchen zur Optimierung ihrer eigenen überbetrieblichen Geschäftsprozesse nutzbar machen können. Unter diesem Aspekt referierte zunächst Herr Andreas Mihm des Unternehmens Diva-e GmbH und fokussierte dabei die Schnittstellenkompatibilität dezentraler Ökosysteme mit bestehenden Internetplattformen, sowie neue Möglichkeiten der Kooperation kompetitiver Akteure. Im Anschluss präsentierte Herr Thomas Herbst des Unternehmens evan GmbH mit dem evan.network das erste dezentrale Ökosystem zur Schaffung eines europäischen dezentralen Business-Netzwerks, in welchem Anwender, über bereits existierende Features und Templates, die virtuelle Abbildung ihrer überbetrieblichen Geschäftsprozesse über Smart Contracts, DApps und DAOs vereinfacht wird.
Der abschließende Teil der Veranstaltung bildete eine Ergebnispräsentation der Partner des Verbundprojektes. Hierbei ging Herr Prof. Andrej Werner auf die Online-Community des DBC-Protokolls ein, die seit ihrer Gründung ein kontinuierliches Wachstum erfahren hat und immer stärker in die Öffentlichkeit getragen wird. Herr Jens Wenzke der Lindig Fördertechnik GmbH erörterte die Errungenschaften des prototypisch umgesetzten UseCases zur Abbildung eines Vermietprozesses im dezentralen Ökosystem, sowie die theoretisch erarbeiteten Fallbeispiele der Dualen Hochschule Gera-Eisenach, und verdeutlichte dabei, dass Blockchain-basierte Geschäftsprozesse über den prototypischen Status hinaus schon heute im produktiven Kontext Anwendung finden können. Herr Wolfgang Lapp des Unternehmens Join GmbH (ehemals B-S-S Business Software Solutions GmbH), die als Konsortialführer des Verbundprojektes agierten, aggregierte die Ergebnisse und Gesamtentwicklung des Verbundprojektes und pointierte dabei die technischen Dokumentationen um das DBC-Protokoll, die auch zukünftig ein wichtiger Baustein zur Realisierung dezentraler Ökosysteme für Thüringer KMU sein werden.
Die Abschlussveranstaltung des DBCP-Verbundprojektes hat aufgezeigt, dass der Wunsch Thüringer KMU nach einem sicheren, schnellen und einfachen Informationsaustausch stärker denn je ist. Der Tenor der Teilnehmer gab dabei zu verstehen, dass das DBC-Protokoll einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels beitragen kann, gegenwärtig und auch zukünftig.
Die Partner des DBCP-Verbundprojektes bedanken sich bei den Teilnehmern für den konstruktriven Dialog und Informationsaustausch, sowie bei dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, die als Förderer des Verbundprojektes diese Veranstaltung ermöglicht haben.

 

Über den Autor: Alexander Wäntig

Alexander Wäntig ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur E-Commerce / E-Business der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Darüber hinaus betreut er die DBCP Community-Website als Community-Administrator und -Manager.

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