DBCP goes Hannover

Es klackerten neuartige Maschinen im Fokus erstaunter Gesichter, respektvolle Handschläge besiegelten zukunftsfähige Geschäftskooperationen, irgendwo in der Ferne erklangen durch die Lautsprecher fachliche Diskussionen zu den neuesten Entwicklungen der Industrie 4.0.

Auch dieses Jahr legte die Hannover Messe erneut Zeugnis darüber ab, welche technologische Vielfalt aus kontinuierlicher Innovationskraft heraus geboren werden kann. Inmitten der Scharen interessierter Teilnehmer aller Nationen fand dabei auch die DBCP-Community ihr Sprachrohr.

Repräsentiert durch die join GmbH und die Professur E-Commerce/E-Business der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena wurden neugierigen Blicken die Potenziale und Einsatzmöglichkeiten dezentraler Informationsarchitekturen aufgezeigt. In den zahlreichen Gesprächen wurde dabei ein weiteres Mal deutlich, wie die Verwendung dezentraler Ökosysteme einen signifikanten Beitrag zur vertrauensvollen und überbetrieblichen Zusammenarbeit leisten kann – und das über alle Wirtschaftszweige hinweg. Weg von zentralisierten Plattformen und intransparenter Datenhoheit hat das DBCP-Verbundprojekt den Teilnehmern dabei verdeutlicht, dass zukünftig überbetriebliche Geschäftskonzepte mit gemeinsamer Datenhaltung auf Basis der Blockchain-Technologie auch ohne das Involvement eines Intermediärs realisiert werden können.

Um die komplexen Mechanismen dezentraler, verschlüsselter und miteinander verbundener Informationen zugänglicher zu machen, wurde zusammen mit dem Kooperationspartner join GmbH ein Demonstrator vorgeführt, welcher ein Lösungsansatz für blockchainbasiertes Lieferkettenmanagement im Kontext überbetrieblicher Zusammenarbeit präsentierte und über die Hannover Messe hinaus Bestandteil des Innovation LivingLab, welches im Rahmen des BMBF-geförderten Verbundprojektes Innovative Hochschule Nucleus aufgebaut wird,  ist. Der automatisierte Veredelungsprozess eines Bauteils entlang einer überregionalen Wertschöpfungskette gab dabei eine praxisnahe Sicht auf die Wirkungsweise dezentraler Business Ökosysteme und unterstützte bei der Klärung von Fragen fachlicher Natur und Schaffung eines ganzheitlichen Verständnisses.

Dem Stand und Exponat wurde eine besondere Ehre zuteil, als der Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, und der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH LEG, Andreas Krey, ihren Besuch machten. Im Rahmen eines konstruktiven Dialogs wurde die politische Delegation über das Projekt und die Lösungen informiert und der Mehrwert dieses Lösungsansatzes für die zahlreichen kleinen und mittleren Thüringer Unternehmen erkannt.


Das Klackern verlangsamte sich, auf die Handschläge folgten die Verabschiedungen, die Lautsprecher verstummten. Die zahlreichen Gespräche auf der Hannover-Messe bestätigten, dass einer vertrauensvollen, überbetrieblichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe ein immer größerer Wert beigemessen wird und in naher Zukunft zu einem wichtigen Faktor des wirtschaftlichen Erfolgs avanciert. Der einwöchige Aufenthalt war ein voller Erfolg und bekräftigt weitere Anstrengungen im Bereich dezentraler Informationsarchitekturen.

Über den Autor: Alexander Wäntig

Alexander Wäntig ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur E-Commerce / E-Business der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Darüber hinaus betreut er die DBCP Community-Website als Community-Administrator und -Manager.

Bitte einloggen um diesen Beitrag zu kommentieren.